Kadetten und Gäste sitzen in einem gefüllten Veranstaltungssaal.

Der Veranstaltungssaal der VATUGA in Wyborg, ungefähr im Januar 2012.

Nostalgie

13.12.2021 · 1 Min. Lesezeit

Ein unruhiger, lebendiger Text über Zeit, Müdigkeit und den Versuch, Sinn festzuhalten, wenn die Vergangenheit stärker drückt als die Gegenwart. Eine poetische Notiz mit trauriger Ironie und persönlichem Ton.

RubrikNotizen
Kategorie
🕎 Psychotherapie✍️ Reim und Poesie

Nostalgie

Wisch dir den Rotz ab, Junge.

Und wir sitzen auf den Schultern von Riesen wie Schuppen, und uns bleibt nur, gepresst „kek“ zu machen,
während wir am Arsch der Welt in den Sonnenuntergangsfluss der Ewigkeit spucken.

Der Mensch ist eng geworden — ich würde ihn erweitern.

Ich habe mir ein Mini-Detroit gebaut: da ist Erich Fromm, mit ihm Shakespeare und Schweitzer...
Im Städtchen brodelt das Leben, flüssiger Stickstoff,
wir kommen nicht vom Strand, doch der Sand rieselt...

Die Zeit hämmert mit feinem Schrot auf die Schirme.
Leg die Sanduhr waagerecht,
damit daraus das Unendlichkeitszeichen wird.

Verklemmt, einsam, hoffnungslos veraltet.
Doch wenn ich ihm einen Rat geben könnte,
würde ich sagen: „Scheiß drauf, ich bin ja kein Therapeut“ 🕎

P.S.
Foto ungefähr vom 29. Januar 2012 — in irgendeinem Festsaal.

Wyborger Luftfahrttechnische Schule der Zivilluftfahrt.
(VATUGA, Wyborg)

FAQ

Fragen zum Artikel

01Wie wird Nostalgie im Text erlebt?

Nostalgie erscheint als Mischung aus Müdigkeit, Einsamkeit und Ironie, in der die Vergangenheit durch Bilder der Zeit, kulturelle Namen und ein persönliches Foto aus der Studienzeit zurückkehrt.

02Warum verbindet der Autor ernste Reflexion mit derbem Humor?

Selbstironie beseitigt die Traurigkeit nicht, schafft aber Abstand, um den Druck der Zeit und die Diskrepanz zwischen Vergangenheit und Gegenwart auszuhalten.

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