Das Risiko des Unternehmertums
Für einen entschlossenen Menschen ist nichts unmöglich. Darüber sprach ich im März 1976 am Dartmouth College. Die Studierenden baten mich um einen Vortrag über die Kunst des Unternehmertums—darüber, wie man ein eigenes Unternehmen gründet. „Von selbst wird nichts geschehen“, sagte ich ihnen. „Ihr müsst Risiken eingehen. Ich meine nicht, dass ihr zu Draufgängern werden sollt. Man muss nur bereit sein, Risiken zu tragen und in manchen Fällen auch einen völligen Zusammenbruch. Wenn ihr eine Idee habt, müsst ihr bis in die Haarspitzen an sie glauben. Risiko in vernünftigen Grenzen gehört zum Geschäft. Es sorgt dafür, dass uns nicht langweilig wird.“
Das Risiko des Unternehmertums.
Ray Kroc besitzt in der Welt des Unternehmertums beinahe mythischen Status. Er veränderte nicht nur die Fast-Food-Industrie, sondern wurde zu einem Symbol unermüdlichen Willens und kreativen Risikos. Sein Lebensweg wirkt wie ein Epos, in dem Ausdauer, Leidenschaft und Vision zusammentreffen.
Wenn er sagt, dass für einen entschlossenen Menschen nichts unmöglich sei, lädt er uns im Grunde zu einer Philosophie ein, in der Risiko und der Glaube an die eigene Idee zu den Öfen werden, in denen unternehmerischer Stahl geschmiedet wird. Darin steckt eine einfache Wahrheit: Im Geschäft wie im Leben muss man auf Niederlagen und Aufstiege, auf vollständiges Scheitern und auf Triumph vorbereitet sein.
Kroc glaubte, dass vernünftiges Risiko zu jedem Vorhaben gehört, weil es verhindert, dass wir in Routine erstarren. Jeder neue Anfang ist ein Schritt ins Unbekannte; ohne diese Bewegung und ohne Risiko gibt es weder Wachstum noch Transformation. „Wenn ihr eine Idee habt, müsst ihr bis in die Haarspitzen an sie glauben“—nicht bloß als schöner Satz, sondern als Aufforderung zum Handeln, zum Überwinden und zum stetigen Erweitern der eigenen Grenzen.
Kategorie: Effektivität
Fragen zum Artikel
01Wie beschreibt Ray Kroc unternehmerisches Risiko?
Er trennt die maßvolle Bereitschaft zu Unsicherheit und möglichem Scheitern von Leichtsinn. Unternehmer brauchen seiner Ansicht nach Glauben an die Idee, Entschlossenheit und die Akzeptanz eines ungewissen Ausgangs.
02Wie unterscheidet sich kalkuliertes Risiko von Waghalsigkeit?
Kalkuliertes Risiko berücksichtigt mögliche Verluste und Verantwortung; Waghalsigkeit ignoriert Folgen. Kroc befürwortet Risikobereitschaft, lehnt aber ausdrücklich das Verhalten eines Draufgängers ab.
03Garantieren Entschlossenheit und Glaube an eine Idee Geschäftserfolg?
Nein. Sie unterstützen Handeln unter Unsicherheit, beseitigen aber keine Markt-, Finanz- oder Betriebsrisiken. Der Text ist keine Anlageempfehlung.
