Sexuelle Probleme
Liebe ist nicht das Ergebnis vollständiger sexueller Befriedigung; im Gegenteil: Glück in sexuellen Beziehungen — selbst die Kenntnis der sogenannten Sexualtechnik — ist ein Ergebnis der Liebe. Die Untersuchung der häufigsten sexuellen Probleme — Frigidität bei Frauen und mehr oder weniger schwere Formen psychogener Impotenz bei Männern — zeigt, dass die Ursache nicht in mangelnder Kenntnis der Technik liegt, sondern in Hemmungen und Verdrängung, die Liebe unmöglich machen. Angst oder Hass gegenüber dem anderen Geschlecht liegen diesen Schwierigkeiten zugrunde und verhindern, dass ein Mensch sich ganz hingibt, spontan handelt und dem Partner im offenen und direkten körperlichen Kontakt vertraut. Wenn ein sexuell gehemmter Mensch Angst oder Hass überwinden und dadurch die Fähigkeit zu lieben entwickeln kann, lösen sich seine sexuellen Probleme. Wenn nicht, hilft keinerlei Wissen über Sexualtechnik.
Kategorie: Ideen über Beziehungen
Fragen zum Artikel
01Wie verbindet Erich Fromm Liebe und sexuelle Harmonie?
Fromm kehrt die Idee um, Liebe entstehe aus guter Technik. Vertrauen, Spontaneität und Liebesfähigkeit schaffen für ihn Bedingungen erfüllender Intimität, während Angst, Feindseligkeit und Hemmung sie behindern können.
02Haben sexuelle Schwierigkeiten nur psychische Ursachen?
Nein. Das Zitat zeigt Fromms humanistische Position, doch sexuelle Schwierigkeiten können medizinische, medikamentöse, psychische, partnerschaftliche und soziale Ursachen haben und individuell abgeklärt werden.
03Was tun, wenn ein sexuelles Problem anhält oder belastet?
Eine qualifizierte medizinische oder sexualmedizinische Fachperson und gegebenenfalls Psychotherapie aufsuchen. Ein allgemeines Zitat ersetzt keine Abklärung und darf nicht zur Schuldzuweisung dienen.
