Einen Verwundeten kann man ohne große Kraft erledigen. Kraft braucht man, um das Gewicht der Trage auszuhalten
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Öffne die Augen und suche danach, wo ein Mensch ein wenig von deiner Anteilnahme, deiner Zeit, deiner Freundlichkeit, deiner Gesellschaft, deiner Arbeit oder deinem Wissen braucht. Lehne diese zusätzliche Arbeit nicht ab, denn sie lässt dich als Mensch unter Menschen fühlen. Das ist dein Schicksal, wenn du es wirklich willst.
Wenn du das willst, bist du schon groß.
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Stark ist nicht, wer zuschlägt, sondern wer den Schlag aushält.
Wir alle gehören zum Clan der Verwundeten; jeder von uns trägt seine eigene schmerzhafte Narbe.
Heilen kann nur der verwundete Heiler.
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Fragen zum Artikel
01Worin zeigt sich wahre Stärke?
Wahre Stärke zeigt sich nicht darin, einen Schwächeren zu schlagen, sondern darin, selbst einen Schlag auszuhalten und dennoch fähig zu bleiben, andere zu unterstützen. Stärke braucht es nicht, um einen „Verwundeten zu erledigen“, sondern um das Gewicht der Trage zu tragen – um zu helfen, zu unterstützen und Zeit, Arbeit und Aufmerksamkeit zu geben.
02Was bedeutet es, „zum Clan der Verwundeten zu gehören“?
Der „Clan der Verwundeten“ ist ein Bild von Clarissa Pinkola Estés aus Die Wolfsfrau: Jeder Mensch trägt eine schmerzhafte Narbe; Verwundetsein gehört daher zur gemeinsamen menschlichen Erfahrung. Damit korrespondiert Jungs Bild des „verwundeten Heilers“: Erlebter Schmerz kann die Fähigkeit vertiefen, andere zu verstehen, zu unterstützen und ihnen zu helfen. Zum „Clan der Verwundeten“ zu gehören bedeutet somit, zur Menschheit als solcher zu gehören.
